Posted by on 6. November 2018

Das Nutzen-Kosten-Verhältnis (NKV) der beiden Schienenausbaumaßnahmen Lübeck-Schwerin und Lübeck-Büchen-Lüneburg hat den Sprung über die 1,0 geschafft. Das hat das Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur am Dienstag mitgeteilt. Hierzu erklärt die Bundestagsabgeordnete für Lübeck und das nordwestliche Herzogtum Lauenburg Prof. Dr. Claudia Schmidtke:

„Es war wegen des ebenfalls anstehenden Ausbaus der S4 von Hamburg nach Bad Oldesloe mit einer gewissen Unsicherheit verbunden, ob die Lübecker Projekte das NKV, das für einen Aufstieg vom potentiellen in den vordringlichen Bedarf des Bundesverkehrswegeplans notwendig ist, erreichen würden. Denn eines der Hauptziele ist die Entlastung des verkehrlichen Nadelöhrs Hamburg. Spätestens mit Fertigstellung der festen Fehmarnbeltquerung könnte ein erhebliches Wachstum an zusätzlichen Güterverkehren die Region Hamburg erdrücken. Dringend notwendig ist es daher, die Verkehre bereits ab Lübeck südlich und östlich abfließen zu lassen.

Es ist ein toller Zusatzeffekt für Lübeck, dass hierdurch die Hamburg-unabhängige Anbindung erheblich verbessert wird. Die Bahnstrecke Richtung Bad Kleinen / Schwerin soll für eine Höchstgeschwindigkeit von 160 km/h ausgebaut und elektrifiziert werden. Zusätzlich ist eine eingleisige Verbindungskurve in Bad Kleinen Richtung Schwerin geplant, die den bisherigen Umstieg auf dem Weg zwischen den beiden Oberzentren entfallen lässt. Der Ausbau Richtung Schwerin ist mit 133 Millionen Euro taxiert.

Damit ist der Weg frei für den direkten Güteranschluss des Lübecker Hafens Richtung Berlin, Südosteuropa oder die Autostadt Wolfsburg, ohne hierfür zeitaufwändige Durchfahrungen des Engpasses Hamburg in Kauf nehmen zu müssen. Auch sind künftig direkte Personenzugverbindungen von Lübeck nach Berlin oder Leipzig ohne Umstieg in Hamburg oder Büchen denkbar.

Der Ausbau zeigt bei allen ihren möglichen Nachteilen, welche Chancen mit einer festen Fehmarnbeltquerung für die Region Lübeck verbunden sind: Hinzu kommt schließlich der Neubau einer voll elektrifizierten Höchstgeschwindigkeitsstrecke Richtung Puttgarden, Kopenhagen und Malmö. Lübeck wird damit nach Abschluss der Ausbaumaßnahmen auch nach Osten elektrifiziert, güterverkehrsoptimiert und ICE-fähig sein. Hierfür haben sich Generationen von Bundes- und Landtagsabgeordneten, die Lübecker Wirtschaft und regionale Initiativen seit vielen Jahren eingesetzt.

Der Bund hat damit seinen Teil für den Ausbau der Infrastruktur in Lübeck beigetragen. Nun gilt es, dass Stadt und Land ihre Beiträge zur Optimierung leisten, z.B. indem sie die Gelegenheit des Ausbaus über diese Strecke dafür nutzen, die Bahnquerung in der Ratzeburger Allee mit Zugang zum Universitätsklinikum kreuzungsfrei zu stellen.“

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