Posted by on 1. November 2018

Deutschland schöpft sein Potenzial nicht aus: Nichtkommerzielle klinische Studien, ohne die ein Transfer aus der Grundlagenforschung in die Versorgung nicht möglich ist, werden hierzulande viel zu stark behindert. Eine gemeinsame Initiative aus Deutscher Forschungsgemeinschaft (DFG), dem Wissenschaftsrat (WR) und dem Forum Gesundheitsforschung hat nun Vorschläge erarbeitet, die der Forschung an Kliniken wieder mehr Schwung verleihen sollen. Hierzu erklärt die Gesundheits- und Forschungspolitikerin im Bundestag, Prof. Dr. Claudia Schmidtke (CDU):

„Das kränkliche System klinischer Studien ist ein Symptom für den mangelnden Stellenwert von Forschung in Deutschlands Ärztekarrieren. Forschungsengagement erfährt viel zu wenig individuelle Belohnung, sowohl finanzieller, als auch ideeller Art – von der Vereinbarkeit mit Familie und Work-Life-Balance gar nicht zu reden. Wir müssen dafür sorgen, dass Forschung an Deutschlands Kliniken besser honoriert wird. Wenn Forschung nur Zeit, Geld und Nerven kostet, wird sich kein medizinischer Nachwuchs dafür begeistern lassen. Der vor uns liegende Ärztemangel wird sein Übriges zur Verschärfung der Lage beitragen.

Wir wollen mit unserem Gesundheitswesen bei den künftigen Entwicklungen der personalisierten Medizin und vernetzter Versorgung an der Weltspitze mitspielen. Dazu braucht es natürlich die nötige Infrastruktur. Hier sind viele Beteiligten in der Verantwortung: Bundesländer, Fachgesellschaften, Ärztekammern, aber auch wir als Gesetz- und Förderungsgeber in Berlin. Die Vorschläge aus der Wissenschaft sind aber vor allem eine ausgezeichnete Grundlage für die wichtige Debatte: Wie organisieren wir Forschung im nichtkommerziellen medizinischen Bereich? Wie verknüpfen wir Forschung und Versorgung? Was ist uns Forschung wert?

Diese Debatte muss in der Forschung und viel mehr als bisher im gesundheitspolitischen Bereich geführt werden. Wer in Gesundheitspolitik und Selbstverwaltung denkt, dass Forschung sich schon von alleine entwickelt, wenn man nur das Geld bereitstellt, irrt sich. Gesundheitsforschung braucht Strukturen und Anerkennung.“

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