Posted by on 14. September 2018

Die direkt gewählte Bundestagsabgeordnete für Lübeck und das nordwestliche Herzogtum Lauenburg Prof. Dr. Claudia Schmidtke ist eine von sieben Abgeordneten, die von der CDU/CSU-Bundestagsfraktion in die Enquete-Kommission „Künstliche Intelligenz – Gesellschaftliche Verantwortung und wirtschaftliche, soziale und ökologische Potenziale“ des Deutschen Bundestages entsandt werden. Enquete-Kommissionen sollen komplexe, regulatorisch anspruchsvolle Sachverhalte über die Dauer einer Legislaturperiode aus unterschiedlichen fachlichen Sichtwinkeln beleuchten und umfangreiche Handlungsempfehlungen abgeben. Zu ihrer neuen Aufgabe erklärt Prof. Schmidtke:

„Künstliche Intelligenz (KI) ist das große Thema des kommenden Jahrzehnts, und es rollt aufgrund der technologischen Weiterentwicklung schon lange mit hohem Tempo auf uns zu. In allen Bereichen unseres Lebens stehen wir vor der Frage, wie Algorithmen uns Aufgaben abnehmen können, um komplexe Sachverhalte besser zu lösen, als wir Menschen jemals dazu in der Lage wären. Es sind große Chancen, die für uns damit verbunden sind – sei es in der autonomen Mobilität, diagnostischen Möglichkeiten der personalisierten Medizin oder auch Sprach- und Heimassistenzsystemen. Auch im Bereich der Herstellung von Gütern stehen wir so vor einer neuen industriellen Revolution, die es politisch zu gestalten gilt.

Denn diese neuen Möglichkeiten werfen auch eine Reihe von ethischen Fragen auf: Was dürfen wir Maschinen erlauben? Wie können wir sicherstellen, dass intelligente Systeme nur in dem Rahmen agieren, den wir uns von ihnen wünschen? Wie gehen wir damit um, dass wir zur Entwicklung und dem Betrieb von KI intelligenten Systemen personenbezogene Daten anvertrauen müssen? Wir sind aufgefordert, hierzu Antworten zu geben.

Als Gesundheitspolitikerin wünsche ich mir, dass Künstliche Intelligenz dazu beitragen kann, Diagnose, Therapie und Versorgung auf ein neues Niveau zu heben. Die Chancen der personalisierten Medizin sind enorm und nur mit großen Datenmengen und intelligenten Systemen zu heben. Ich freue mich darauf, mit Experten aus Wissenschaft, Industrie und Ethik in diesem Bereich die besten Ergebnisse für unser künftiges Gesundheitswesen zu diskutieren. Wir müssen dabei immer im Blick haben, dass die Welt nicht auf uns wartet. Die USA und China stecken jährlich Milliarden in die KI-Entwicklung. Und obwohl wir durch unsere herausragende Forschungslandschaft beste Voraussetzungen dafür haben, auch in diesem Feld zur Weltspitze zu gehören, sind die großen Player, z.B. Google und Amazon, außerhalb Europas angesiedelt.“

Die Enquete-Kommission besteht aus 19 Abgeordneten des Deutschen Bundestages (CSU/CSU 7, SPD 4, AfD 2, FDP 2, Die Linke 2, B’90/Die Grünen 2) und der gleichen Anzahl an interfraktionell vereinbarten Sachverständigen. Die konstituierende Sitzung findet am 27.09. statt. Bis zum dritten Quartal 2020 sollen Ergebnisse und Handlungsempfehlungen vorliegen, damit noch in der laufenden Wahlperiode Umsetzungsschritte erfolgen können. Den im Bundestag beschlossenen Einsetzungsantrag finden Sie unter http://dserver.bundestag.btg/btd/19/029/1902978.pdf.

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