Posted by on 4. September 2018

Nach dem großen Zuspruch auf die gestrigen Positionierungen von Bundesgesundheitsminister Jens Spahn und Bundeskanzlerin Dr. Angela Merkel zur künftigen Ausgestaltung des Organspendesystems in Deutschland steht einer fraktionsübergreifenden Debatte im Deutschen Bundestag nichts mehr im Wege. Hierzu erklärt die Bundestagsabgeordnete und Gesundheitspolitikerin Prof. Dr. Claudia Schmidtke (CDU/CSU):

„Endlich! Der Bundestag kann nun das machen, wofür er gewählt wurde: Eine breite gesellschaftliche Debatte organisieren, im eigenen Plenum kanalisieren und schließlich eine kluge, ethisch vertretbare Entscheidung treffen. Jeder Abgeordnete und jede Abgeordnete kann, mit individuellem Erfahrungshintergrund ausgestattet, um Positionen ringen.

Dass ich mich hierbei für eine Widerspruchslösung einsetze, liegt schließlich ebenfalls in meinen beruflichen Erfahrungen begründet, die mich tagtäglich mit Menschen zusammengebracht haben, die mit bereits gepackten Koffern monatelang auf rettende Organe warten. Ich halte es für eine zutiefst moralische Verpflichtung der Politik, diesen Menschen zu helfen.

Dabei verstehe ich die Gegenargumente gut, die lange Zeit auch meine eigenen waren. Ich empfinde daher eine Widerspruchslösung nach niederländischem Vorbild, gepaart mit Aufklärungskampagnen und einem Vetorecht für die verbliebenen Angehörigen, als gangbaren Weg, um breite gesellschaftliche Zustimmung zu erreichen.

Ich freue mich auf eine respektvolle, faktenbasierte und engagierte Debatte, sowohl in der Gesellschaft, als auch im Parlament. Die Gremien der Fraktionen sollten frühzeitig nach der Sommerpause einen Zeitplan organisieren und die fraktionsübergreifende Antragserarbeitung anstoßen.“

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