Posted by on 27. Juni 2018

Der Notfall im Sommer: Eine Wespe im Getränk, verschluckt, gestochen. Der Hals schwillt zu, der Patient braucht einen Luftröhrenschnitt. Ein Rettungsteam ist da, doch noch kein Notarzt. Jetzt müssen die Sanitäter handeln, und sie wissen genau, was zu tun ist. Das Problem: Es ist ein invasiver Eingriff, der laut Heilpraktikergesetz (HeilprG) einem Arzt vorbehalten ist.

Weiteres Beispiel: Ein Verkehrsunfall. Die Patienten sind unter Schock und schwer verletzt, die Schmerzen unerträglich – das belastet den Organismus zusätzlich. Jetzt wäre es dringend notwendig, Schmerzmittel zu geben, die aber gem. Betäubungsmittelgesetz (BtMG) ebenfalls nur ein Arzt anwenden darf.

In diesen Fällen können Notfallsanitäter auch heute handeln. Spätestens der Tatbestand des rechtfertigenden Notstands kann sie vor Gericht entlasten. „Doch müssen sie sich dafür in einen Bereich der Rechtsunsicherheit begeben. Ausgerechnet die Ersthelfer sind in diesem höchst emotional belasteten Beruf zusätzlich unter rechtlichen Druck gesetzt. Diese Last müssen wir ihnen abnehmen“, erklärt die Bundestagsabgeordnete Prof. Dr. Claudia Schmidtke.

Als Gesundheitspolitikerin und Abgeordnete für Lübeck, wo der Deutsche Berufsverband Rettungsdienst e.V. (DBRD) seinen Sitz hat, hat Prof. Schmidtke in Berlin mit ihren Kollegen Lothar Riebsamen, Stephan Pilsinger und Michael Kuffer (alle CDU/CSU) vereinbart, dem Thema neue Dynamik zu verleihen.

„Eine Möglichkeit wären Ergänzungen der genannten Gesetze und des Notfallsanitätergesetzes. Diese Maßnahmen wären in unser aller Interesse: Straffung der Notfallsanitäterorganisation, Entlastung der Notärzte, bessere und frühere Betreuung für Notfallpatienten. Ich werde mich dafür einsetzen“, so Prof. Dr. Claudia Schmidtke abschließend.

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